Dysautonomie und Kreislauf
POTS – wenn Aufrechtsein Beschwerden auslöst
POTS steht für posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom. Es ist eine Form der Dysautonomie: Das autonome Nervensystem, das unter anderem Herzfrequenz, Blutdruck, Verdauung, Schwitzen und Temperatur mitsteuert, passt sich an die aufrechte Haltung nicht ausreichend an.
Diagnosekriterien – vereinfacht erklärt
Bei Erwachsenen spricht ein anhaltender Herzfrequenzanstieg von mindestens 30 Schlägen pro Minute innerhalb von 10 Minuten nach dem Aufrichten für POTS; bei Jugendlichen von 12 bis 19 Jahren gilt ein Anstieg von mindestens 40 Schlägen pro Minute. Dazu müssen lageabhängige Beschwerden bestehen, und eine ausgeprägte orthostatische Hypotonie darf den Befund nicht erklären. Einzelne Pulsmessungen oder Smartwatch-Werte stellen keine Diagnose.
POTS und ME/CFS
Orthostatische Intoleranz ist bei ME/CFS häufig. POTS kann gleichzeitig auftreten, ist aber nicht mit ME/CFS gleichzusetzen. Auch Long COVID kann mit autonomer Dysfunktion und POTS verbunden sein. Die Behandlung muss individuell erfolgen und die persönliche Belastungsgrenze berücksichtigen.