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PEM – Post-Exertional Malaise verstehen
Kardinalsymptom von ME/CFS
PEM – Verschlechterung nach Belastung
Was ist PEM?
PEM ist die Abkürzung für Post-Exertional Malaise. Gemeint ist eine krankhafte Verstärkung von Beschwerden nach körperlicher, geistiger, emotionaler oder sozialer Belastung. Die Reaktion ist oft unverhältnismäßig stark und kann schon durch Aktivitäten ausgelöst werden, die vor der Erkrankung problemlos möglich waren.
PEM-Symptome
Bei PEM kann sich nicht nur Erschöpfung verstärken. Auch Schmerzen, kognitive Beschwerden wie Brain Fog, Schlafprobleme, Kreislaufbeschwerden, Reizempfindlichkeit oder ein grippeähnliches Krankheitsgefühl können nach Belastung deutlich zunehmen. Eine ausgeprägte Verschlechterung wird von Betroffenen häufig als „Crash“ bezeichnet. Der medizinische Begriff PEM beschreibt die belastungsbedingte Symptomverschlechterung genauer.
Wann tritt PEM auf?
Die Verschlechterung kann unmittelbar nach einer Belastung beginnen, tritt aber häufig verzögert auf. Bei ME/CFS beschreibt die CDC eine typische Verschlechterung nach Belastung mit möglichem verzögertem Beginn; bei Long COVID nennt sie PEM ebenfalls als häufig berichtetes Symptom. Deshalb kann es hilfreich sein, nicht nur die aktuelle Aktivität, sondern auch Belastungen der vorausgegangenen Stunden oder Tage zu betrachten.
PEM bei ME/CFS und Long COVID
PEM gehört zu den diagnostisch erforderlichen Kernmerkmalen von ME/CFS. Auch bei Long COVID kann PEM auftreten. Die CDC beschreibt PEM als häufig mit Long COVID verbunden; die WHO verwendet im Zusammenhang mit Post-COVID auch den Begriff Post-Exertional Symptom Exacerbation (PESE). Nicht jede Erschöpfung nach Aktivität ist automatisch PEM – entscheidend ist das charakteristische Muster einer unverhältnismäßigen Symptomverschlechterung nach Belastung.
Belastung ist mehr als Bewegung
Auch Denken, Sprechen, Sinnesreize, soziale Situationen und emotionale Anspannung können Belastung darstellen. Entscheidend ist die Gesamtbelastung: Duschen, Anziehen, Anfahrt, Warten und ein Arztgespräch können zusammen die individuelle Grenze überschreiten, obwohl jede Tätigkeit für sich klein wirkt.
Wie wird PEM erkannt und diagnostisch erfasst?
PEM wird vor allem über die Krankengeschichte und das typische Muster von Auslöser, verzögerter Verschlechterung, Symptomen und Erholungsdauer erfasst. Ein Aktivitäts- und Symptomtagebuch kann helfen, solche Zusammenhänge sichtbar zu machen und ein Arztgespräch zu unterstützen. Es ersetzt keine medizinische Diagnostik und andere Ursachen von Belastungsintoleranz oder neuen Beschwerden müssen gegebenenfalls abgeklärt werden.
Kein starres Aufbautraining
Belastung sollte bei ME/CFS nicht nach festen Steigerungsplänen erhöht werden. Die NICE-Leitlinie rät von Programmen mit vorgegebenen, schrittweisen Aktivitätssteigerungen wie Graded Exercise Therapy ab. Belastungsmanagement richtet sich nach den individuellen Energiegrenzen und muss bei einer Verschlechterung angepasst werden.