Kardinalsymptom von ME/CFS
PEM – Verschlechterung nach Belastung
PEM steht für Post-Exertional Malaise. Gemeint ist eine krankhafte Verstärkung von Beschwerden nach körperlicher, geistiger, emotionaler oder sozialer Belastung. Die Reaktion ist oft unverhältnismäßig stark und kann schon durch Aktivitäten ausgelöst werden, die vor der Erkrankung problemlos möglich waren.
Warum PEM so wichtig ist
PEM gehört zu den diagnostisch erforderlichen Kernmerkmalen von ME/CFS. Sie ist mehr als Müdigkeit nach Anstrengung: Nicht nur die Erschöpfung, sondern mehrere vorhandene Symptome können sich verstärken, neue Beschwerden können hinzukommen und die Belastbarkeit kann deutlich absinken.
Belastung ist mehr als Bewegung
Auch Denken, Sprechen, Sinnesreize, soziale Situationen und emotionale Anspannung verbrauchen Energie. Entscheidend ist die Gesamtbelastung: Duschen, Anziehen, Anfahrt, Warten und ein Arztgespräch können zusammen die individuelle Grenze überschreiten, obwohl jede Tätigkeit für sich klein wirkt.
Kein starres Aufbautraining
Belastung sollte nicht nach festen Steigerungsplänen erhöht werden. Die NICE-Leitlinie rät von Programmen mit vorgegebenen, schrittweisen Aktivitätssteigerungen wie Graded Exercise Therapy bei ME/CFS ab. Belastungsmanagement richtet sich nach den individuellen Energiegrenzen und muss bei einer Verschlechterung angepasst werden.
Beobachten und ärztlich besprechen
Ein einfaches Aktivitäts- und Symptomtagebuch kann helfen: Was wurde getan, wie lange, mit welchen Reizen und wann begann die Verschlechterung? Die Aufzeichnungen können Muster sichtbar machen und ein Arztgespräch unterstützen. Sie ersetzen keine Diagnostik.