Mastzellmediatoren und mehrere Organsysteme
Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS)
Beim Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) werden Mastzellmediatoren unangemessen freigesetzt. Dadurch können wiederkehrende, anfallsartige Beschwerden in mehreren Organsystemen entstehen. Einzelne unspezifische Symptome oder ein einmalig auffälliger Laborwert reichen für die Diagnose nicht aus.
Warum die Diagnose sorgfältig gestellt wird
Nach international verwendeten Konsenskriterien müssen drei Bereiche zusammenpassen: typische wiederkehrende Beschwerden in mehreren Organsystemen, ein objektiver Mediatoranstieg während einer Episode und ein Ansprechen auf mediatorgerichtete Behandlung. Fehlt eines dieser Kriterien, ist die Diagnose MCAS nicht ausreichend gesichert.
Mögliche betroffene Organsysteme
Mögliche Beschwerden sind zum Beispiel Flush, Juckreiz oder Quaddeln, Bauchkrämpfe, Durchfall, Übelkeit, pfeifende Atmung, Schwellungen, Blutdruckabfall, Herzrasen oder Ohnmacht. Diese Beschwerden können viele Ursachen haben. Eine Symptomliste allein erlaubt daher keine Selbstdiagnose.
Abklärung und Behandlung gehören in erfahrene Hände
Die Probenentnahme während einer Episode und eine spätere Vergleichsprobe müssen zeitlich passend geplant werden. Die Auswahl und Interpretation weiterer Laborwerte sowie die Abgrenzung primärer, sekundärer oder idiopathischer Formen gehören in allergologische, immunologische oder internistische Fachhände. Eine Behandlung wird individuell an Beschwerden, Befunde und Verträglichkeit angepasst.
Überschneidungen richtig einordnen
Beschwerden wie Kreislaufprobleme, Erschöpfung oder Magen-Darm-Symptome können auch bei POTS, ME/CFS, Long COVID oder anderen Erkrankungen auftreten. Eine Überschneidung ist möglich, ersetzt aber weder die MCAS-Kriterien noch die eigenständige Abklärung anderer Ursachen.